Ein Film über vier Mädchen, vier Zeitebenen und einen alten Hof machte Mascha Schilinski 2025 international bekannt. Ihr Drama „In die Sonne schauen“ feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes und gewann dort den Jury-Preis. Ein Jahr später folgte der große Erfolg beim Deutschen Filmpreis: Schilinski erhielt die Lola für Beste Regie, während ihr Film als bester Spielfilm in Gold ausgezeichnet wurde. Damit zählt sie zu den wichtigsten deutschen Regisseurinnen ihrer Generation.

KategorieDetails
NameMascha Schilinski
Geburtsjahr1984
GeburtsortWest-Berlin, Deutschland
BerufFilmregisseurin und Drehbuchautorin
MutterClaudia Schilinski, Filmemacherin
AusbildungDrehbuch-Masterclass an der Filmschule Hamburg
RegiestudiumFilmakademie Baden-Württemberg, 2012–2021
Erster KurzfilmDie Katze (2015)
LangfilmdebütDie Tochter (2017)
Bekannter FilmIn die Sonne schauen (2025)
DrehbuchpartnerinLouise Peter bei In die Sonne schauen
Wichtiger PreisThomas Strittmatter Drehbuchpreis 2023
Internationaler ErfolgJury-Preis beim Filmfestival Cannes 2025 für In die Sonne schauen
Deutscher FilmpreisLola für Beste Regie und Bestes Drehbuch 2026
EhemannFabian Gamper, Kameramann
WohnortBerlin


Frühes Leben und Hintergrund

Mascha Schilinski wurde 1984 in West-Berlin geboren. Ihre Mutter, Claudia Schilinski, war Filmemacherin, wodurch sie schon früh mit der Filmwelt in Berührung kam. In einem später dokumentierten Interview beschrieb Schilinski allerdings auch ihren französischen Vater, einen Bauarbeiter, als wichtigen Einfluss auf ihre frühe Begeisterung für das Kino.

Nach ihrem Fachabitur mit Schwerpunkt Psychologie absolvierte Schilinski verschiedene Praktika in der Filmbranche. Anschließend arbeitete sie als Casterin bei der Schauspielagentur Gesichter in Potsdam-Babelsberg. Mitte der 2000er-Jahre verbrachte sie mehrere Jahre auf Reisen durch Europa und trat unter anderem mit einem kleinen Wanderzirkus in Italien als Zauberin und Feuerschluckerin auf.

Ausbildung zur Regisseurin

2008 besuchte Schilinski eine Drehbuch-Masterclass an der Filmschule Hamburg Berlin. Einige Jahre später begann sie an der Filmakademie Baden-Württemberg ein Regiestudium, das sie von 2012 bis 2021 absolvierte. Dort entwickelte sie ihre filmische Sprache weiter und realisierte mehrere Arbeiten, die später den Weg zu ihren Kinofilmen ebneten.

Ihr Studium war dabei nicht nur eine klassische Ausbildung im Bereich Regie. Schilinski arbeitete auch intensiv am Drehbuch und entwickelte ihre Geschichten selbst. Diese Verbindung von Schreiben und Inszenieren wurde zu einem wichtigen Merkmal ihrer späteren Kinofilme.

„Die Katze“: Ein frühes wichtiges Werk

Einen frühen Erfolg erzielte Mascha Schilinski mit „Die Katze“, einer rund 40-minütigen Produktion aus den Jahren 2014/2015. Der Film erzählt von einem 14-jährigen Mädchen, das nach dem Weggang seines Vaters eine schwierige Beziehung zu seiner Mutter entwickelt. Die Premiere erfolgte beim Filmfestival Max Ophüls Preis. Beim Los Angeles New Wave International Film Festival erhielt Schilinski sowohl den Screenplay Award als auch den Preis für den besten Studentenfilm.

„Die Katze“ war zugleich eine wichtige thematische Vorstufe zu ihrem ersten Langspielfilm. Bereits hier beschäftigte sich Schilinski mit Kindheit, familiären Konflikten und der Frage, wie junge Menschen mit Veränderungen innerhalb ihrer Familie umgehen.

„Die Tochter“ und der erste Kinofilm

Mit „Die Tochter“, international unter dem Titel „Dark Blue Girl“ bekannt, realisierte Schilinski ihren ersten Langspielfilm. Der Film entstand als ihr Abschlussfilm an der Filmakademie Baden-Württemberg und feierte 2017 bei der Berlinale seine Premiere.

Im Mittelpunkt steht die siebenjährige Hannah, deren Eltern getrennt leben. Während einer Reise nach Griechenland entwickelt sie eine enge Beziehung zu ihrem Vater, wodurch neue Spannungen zwischen ihr und ihrer Mutter entstehen. Die Hauptrolle übernahm Helena Zengel, die später vor allem durch „Systemsprenger“ international bekannt wurde.

„Die Tochter“ wurde auch auf internationalen Festivals gezeigt. Beim Vancouver International Women in Film Festival gewann der Film fünf Auszeichnungen, darunter Preise für Beste Regie, Bestes Drehbuch und Bester Film. Der deutsche Kinostart folgte im Mai 2018.

Arbeiten für das Fernsehen

Nach ihrem ersten Kinofilm arbeitete Schilinski auch für das Fernsehen. 2019 und 2020 führte sie bei zwei Episoden der Krimiserie „SOKO Köln“ Regie. Diese Arbeiten erweiterten ihre Erfahrung mit seriellen Erzählformaten, bevor sie sich wieder einem ambitionierten Kinoprojekt widmete.

Parallel entwickelte sie gemeinsam mit Louise Peter das Drehbuch für ihren zweiten Spielfilm. Das Projekt trug zunächst den Arbeitstitel „The Doctor Says I'll Be Alright But I'm Feelin' Blue“, bevor daraus „In die Sonne schauen“ wurde. Für das noch unverfilmte Drehbuch erhielten Schilinski und Peter im Februar 2023 den Thomas Strittmatter Drehbuchpreis.

„In die Sonne schauen“ wird zum internationalen Erfolg

Mit „In die Sonne schauen“ gelang Mascha Schilinski der bislang größte Erfolg ihrer Karriere. Der Film erzählt von vier Mädchen und jungen Frauen aus unterschiedlichen Epochen, deren Leben mit demselben Hof in der Altmark verbunden sind. Die Handlung bewegt sich über ungefähr ein Jahrhundert und verbindet die einzelnen Lebensgeschichten durch Erinnerungen, Ängste und familiäre Erfahrungen.

Die Dreharbeiten fanden vom 18. Juli bis 5. September 2023 in Sachsen-Anhalt statt. Die Weltpremiere folgte am 14. Mai 2025 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Der deutsche Kinostart war am 28. August 2025.

In Cannes wurde der Film mit dem Jury-Preis ausgezeichnet, den er gemeinsam mit dem französisch-spanischen Wettbewerbsfilm „Sirât“ erhielt. Für Schilinski bedeutete die Auszeichnung eine internationale Anerkennung, die deutlich über ihre bisherigen Festivalerfolge hinausging.

Deutscher Filmpreis 2026

Der Erfolg von „In die Sonne schauen“ setzte sich 2026 bei der wichtigsten deutschen Filmpreisverleihung fort. Mascha Schilinski gewann die Goldene Lola für Beste Regie. Gemeinsam mit Louise Peter erhielt sie außerdem die Lola für Bestes Drehbuch. Der Film wurde als Bester Spielfilm in Gold ausgezeichnet.

„In die Sonne schauen“ gewann beim Deutschen Filmpreis in allen zehn Kategorien, in denen der Film nominiert war. Zu den weiteren Auszeichnungen gehörten unter anderem Preise für Kamera/Bildgestaltung, Schnitt, Szenenbild, Kostümbild, Maskenbild und Tongestaltung.

Auch außerhalb des Deutschen Filmpreises erhielt der Film weitere Anerkennung. Im Februar 2026 wurde er vom Verband der deutschen Filmkritik als Bester Spielfilm ausgezeichnet. Damit entwickelte sich das Drama nach Cannes zu einem der meistbeachteten deutschen Filme seiner Saison.

Mascha Schilinskis filmische Handschrift

Schilinskis bisherige Filme verbindet ein starkes Interesse an Kindheit, Familie, Erinnerung und psychologischen Konflikten. In „Die Katze“ und „Die Tochter“ stehen junge Figuren im Zentrum, die mit familiären Veränderungen umgehen müssen. „In die Sonne schauen“ erweitert dieses Interesse auf mehrere Generationen und verschiedene historische Zeiträume.

Dabei erzählt Schilinski nicht ausschließlich linear. Besonders „In die Sonne schauen“ arbeitet mit parallelen Zeitebenen und wiederkehrenden Motiven. Der alte Hof wird dabei zum verbindenden Ort, an dem sich Erfahrungen verschiedener Generationen überlagern. Der Deutsche Filmpreis beschreibt die Geschichte als Erzählung von vier Frauen aus unterschiedlichen Epochen, deren Leben auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden sind.

Zusammenarbeit mit Fabian Gamper

Bei „Die Tochter“ und später bei „In die Sonne schauen“ arbeitete Mascha Schilinski mit dem Kameramann Fabian Gamper zusammen. Gamper übernahm bei „In die Sonne schauen“ die Kamera und Bildgestaltung. Seine Arbeit wurde 2026 ebenfalls mit der Lola für Beste Kamera/Bildgestaltung ausgezeichnet.

Die Zusammenarbeit zwischen Regie und Kamera war besonders bei „In die Sonne schauen“ wichtig, weil der Film über mehrere Epochen hinweg eine zusammenhängende visuelle Welt schaffen musste. Filmportal berichtet, dass Schilinski und Gamper dabei gemeinsam an einer Bildsprache arbeiteten, die Erinnerungen und unterschiedliche Wahrnehmungsebenen unterstützen sollte.

Privatleben

Mascha Schilinski lebt und arbeitet in Berlin. Öffentlich dokumentiert ist außerdem ihre Ehe mit dem Kameramann Fabian Gamper. Die beiden sind auch beruflich miteinander verbunden und haben an mehreren Filmprojekten zusammengearbeitet.

Weitere private Angaben über Familie oder Kinder werden hier nicht ausgeführt, sofern sie nicht durch zuverlässige Quellen eindeutig dokumentiert sind. Für eine Biografie stehen bei Schilinski ohnehin ihre Filmografie und ihre künstlerische Arbeit deutlich stärker im Mittelpunkt.

Vermögen

Eine seriös belegte Schätzung des Vermögens von Mascha Schilinski ist öffentlich nicht verfügbar. Deshalb wird keine konkrete Summe genannt.

Interessante Fakten über Mascha Schilinski

  1. Mascha Schilinski wurde 1984 in West-Berlin geboren.
  2. Sie absolvierte zunächst eine Ausbildung im Bereich Drehbuch und studierte später Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg.
  3. Ihr Kurzfilm „Die Katze“ gewann beim Los Angeles New Wave International Film Festival Preise für Drehbuch und Studentenfilm.
  4. Ihr erster Langspielfilm „Die Tochter“ lief 2017 bei der Berlinale.
  5. „In die Sonne schauen“ feierte 2025 seine Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes.
  6. Der Film gewann in Cannes den Jury-Preis.
  7. 2026 erhielt Schilinski beim Deutschen Filmpreis die Lola für Beste Regie und Bestes Drehbuch.
  8. „In die Sonne schauen“ wurde 2026 als Bester Spielfilm in Gold ausgezeichnet.

Häufig gestellte Fragen zu Mascha Schilinski

Wer ist Mascha Schilinski?

Mascha Schilinski ist eine deutsche Filmregisseurin und Drehbuchautorin, die 1984 in West-Berlin geboren wurde. Bekannt wurde sie zunächst durch „Die Tochter“ und später international durch „In die Sonne schauen“.

Wie alt ist Mascha Schilinski?

Mascha Schilinski wurde 1984 geboren. Ein genauer Geburtstag wird in den maßgeblichen Filmquellen nicht angegeben. Daher lässt sich ihr genaues Alter ohne Spekulation nicht bestimmen.

Welche Filme hat Mascha Schilinski gedreht?

Zu ihren wichtigsten Regiearbeiten gehören „Die Katze“ (2015), „Die Tochter“ (2017) und „In die Sonne schauen“ (2025). Außerdem führte sie 2019/2020 bei zwei Episoden von „SOKO Köln“ Regie.

Wofür ist „In die Sonne schauen“ bekannt?

Der Film erhielt 2025 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes den Jury-Preis. 2026 gewann er beim Deutschen Filmpreis unter anderem die Auszeichnungen für Besten Spielfilm in Gold, Beste Regie und Bestes Drehbuch.

Ist Mascha Schilinski verheiratet?

Ja. Mascha Schilinski ist mit dem Kameramann Fabian Gamper verheiratet. Die beiden haben auch bei mehreren Filmprojekten zusammengearbeitet.

Hat Mascha Schilinski Auszeichnungen gewonnen?

Ja. Zu ihren wichtigsten Auszeichnungen gehören der Jury-Preis von Cannes 2025 für „In die Sonne schauen“ sowie die Goldene Lola für Beste Regie und Bestes Drehbuch beim Deutschen Filmpreis 2026.

Wo studierte Mascha Schilinski?

Sie absolvierte zunächst eine Drehbuch-Masterclass an der Filmschule Hamburg Berlin und studierte anschließend von 2012 bis 2021 Regie an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Fazit

Mascha Schilinskis Karriere verlief nicht über eine große Zahl von Filmen, sondern über sorgfältig entwickelte Projekte mit einer klaren eigenen Handschrift. Von „Die Katze“ über „Die Tochter“ bis zu „In die Sonne schauen“ rückten familiäre Beziehungen, Kindheit und Erinnerung immer wieder ins Zentrum ihrer Arbeit. Mit dem Cannes-Jury-Preis 2025 und mehreren Lolas 2026 erreichte sie einen internationalen und nationalen Karrierehöhepunkt.