Als Detlev Buck 1984 seinen ersten Kurzfilm drehte, war noch nicht abzusehen, wie vielseitig seine spätere Karriere werden würde. Aus dem auf einem Bauernhof in Schleswig-Holstein aufgewachsenen Landwirt wurde einer der markanten deutschen Filmemacher seiner Generation. Buck arbeitet als Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent und hat dabei sehr unterschiedliche Genres bedient – von schwarzhumorigen Komödien über Sozialdramen bis zu erfolgreichen Kinderfilmen. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören „Karniggels“, „Wir können auch anders“, „Männerpension“, „Knallhart“, „Bibi & Tina“ und „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“.
Detlev Buck: Steckbrief
| Kategorie | Details |
| Vollständiger Name | Detlev W. Buck |
| Geburtsdatum | 1. Dezember 1962 |
| Geburtsort | Bad Segeberg, Schleswig-Holstein, Deutschland |
| Alter | 63 Jahre (Stand 2026) |
| Beruf | Filmregisseur, Schauspieler, Drehbuchautor, Filmproduzent |
| Nationalität | Deutsch |
| Ausbildung | Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb), 1985–1989 |
| Früher Beruf | Ausbildung zum Landwirt |
| Ehefrau/Partnerin | Lisa Knoller |
| Kinder | Drei Töchter |
| Tochter | Bernadette Sophie Buck, auch als Bernadette Knoller bekannt |
| Weitere Töchter | Emma und Klara |
| Bekannt für | „Karniggels“, „Wir können auch anders“, „Männerpension“, „Knallhart“, „Bibi & Tina“, „Die Vermessung der Welt“ |
| Produktionsfirma | Boje Buck Filmproduktion, 1991 gemeinsam mit Claus Boje gegründet |
| Wohnorte | Berlin und Nienwohld |
Frühes Leben und Herkunft
Detlev Buck wurde am 1. Dezember 1962 in Bad Segeberg geboren und wuchs auf dem Bauernhof seiner Eltern in Nienwohld bei Hamburg auf. Seine Jugend war zunächst weit von der klassischen Filmwelt entfernt. Nach dem Abitur und dem Zivildienst absolvierte er eine Landwirtschaftslehre. Parallel dazu interessierte er sich bereits für die Schauspielerei und bewarb sich an einer Schauspielschule in Hamburg. Dort wurde er allerdings abgelehnt.
Der Kontakt zum Film entstand schließlich über den Kameramann und Regisseur Wolfgang Fischer. Buck spielte 1982 in dessen nie öffentlich aufgeführtem Spielfilm „Was sein muß, muß sein“ mit. Diese Begegnung brachte ihn näher an die Filmbranche und beeinflusste seinen weiteren beruflichen Weg. Schon zwei Jahre später realisierte Buck mit „Der Fänger im Roggen“ seinen ersten fünfminütigen Film.
Ausbildung an der Deutschen Film- und Fernsehakademie
Von 1985 bis 1989 studierte Buck an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Während des Studiums entstanden mehrere Kurzfilme, darunter „Eine Rolle Duschen“ und „Schwarzbunt Märchen“. Bereits in diesen frühen Arbeiten übernahm Buck verschiedene Aufgaben und entwickelte damit die Arbeitsweise, die seine spätere Karriere kennzeichnen sollte: Er war nicht ausschließlich Regisseur, sondern auch Drehbuchautor, Darsteller und in weiteren Funktionen an Produktionen beteiligt.
Sein Abschlussfilm „Hopnick“ beschäftigte sich mit dem Alltag eines ungewöhnlichen DDR-Zöllners. Buck übernahm auch hier selbst die Hauptrolle. Die frühen Filme zeigen bereits sein Interesse an Figuren, die nicht dem klassischen Heldenbild entsprechen, sowie an einer Mischung aus Alltag, Komik und gesellschaftlicher Beobachtung.
Der erste große Kinofilm: „Karniggels“
1991 gründete Buck gemeinsam mit Claus Boje die Boje Buck Filmproduktion. Im selben Jahr entstand „Karniggels“, Bucks erster abendfüllender Spielfilm als Regisseur. Die Geschichte handelt von einem jungen Polizisten, der seinen Dienst nicht in der erhofften Großstadt, sondern auf dem Land antritt und dort einen ungewöhnlichen Fall untersuchen muss.
„Karniggels“ etablierte Buck als eigenständige Stimme des deutschen Films. Seine Vorliebe für schräge Situationen, lakonischen Humor und Figuren aus weniger glamourösen Lebenswelten wurde bereits hier deutlich. Der Film brachte ihm 1992 unter anderem den Bayerischen Filmpreis für Nachwuchsregie und den Preis der deutschen Filmkritik ein.
„Wir können auch anders“ machte Buck einem breiten Publikum bekannt
Der nächste entscheidende Schritt folgte 1993 mit „Wir können auch anders“. In der Komödie erzählt Buck von zwei Brüdern, die nach der deutschen Wiedervereinigung durch Ostdeutschland reisen und dabei auf einen desertierten Rotarmisten treffen. Buck kombinierte gesellschaftliche Beobachtung mit absurdem Humor und einer ungewöhnlichen Roadmovie-Struktur.
Der Film wurde zu einem wichtigen Werk der frühen 1990er-Jahre und brachte Buck auch als Schauspieler stärker ins Blickfeld. Für das Drehbuch erhielt er den Deutschen Filmpreis. „Wir können auch anders“ gilt heute als eine der Produktionen, die seinen Ruf als eigenständiger deutscher Filmemacher nachhaltig festigten.
„Männerpension“ und der große Publikumserfolg
Mit „Männerpension“ gelang Buck 1995 ein besonders großer kommerzieller Erfolg. In der Komödie spielte er neben Til Schweiger einen Gefängnisinsassen, der an einem ungewöhnlichen Resozialisierungsprogramm teilnimmt. Heike Makatsch und Marie Bäumer gehörten ebenfalls zur Besetzung.
Der Film verband eine ungewöhnliche Gefängnisgeschichte mit Komödie und Liebeselementen. Für Buck war „Männerpension“ zugleich ein Beispiel dafür, wie er Regie und Schauspiel miteinander verbinden konnte. Nach dem Erfolg folgten mit „Liebe deine Nächste!“ und „Liebesluder“ weitere Regiearbeiten, die jedoch nicht an den Publikumserfolg von „Männerpension“ anknüpfen konnten.
„Knallhart“: Eine ernstere Seite von Detlev Buck
Nach einer längeren Phase, in der Buck unter anderem als Schauspieler und Produzent arbeitete, kehrte er 2005/2006 mit „Knallhart“ stärker zur Regie zurück. Der Film basiert auf dem Jugendroman von Gregor Tessnow und erzählt von einem 15-jährigen Jungen, der nach einem Umzug nach Berlin-Neukölln mit einem schwierigen sozialen Umfeld und Jugendkriminalität konfrontiert wird. Die Hauptrolle spielte David Kross.
„Knallhart“ markierte einen deutlichen Kontrast zu Bucks früheren Komödien. Der Film war wesentlich düsterer und beschäftigte sich mit sozialer Ausgrenzung, Gewalt und dem Leben Jugendlicher in einem schwierigen Umfeld. Bei der Berlinale 2006 erhielt die Produktion den FIPRESCI-Preis der internationalen Filmkritik. Beim Deutschen Filmpreis wurde sie mit der Silbernen Lola ausgezeichnet.
Schauspieler vor der Kamera
Parallel zu seiner Arbeit als Regisseur entwickelte Buck eine umfangreiche Karriere als Schauspieler. Er übernahm Rollen in Filmen anderer Regisseure und war unter anderem in „Sonnenallee“, „Herr Lehmann“, „NVA“, „Contact High“ und Michael Hanekes „Das weiße Band – Eine deutsche Kindergeschichte“ zu sehen.
Auch später blieb die Schauspielerei ein fester Bestandteil seiner Arbeit. Buck spielte unter anderem in „Ostwind“, „Vaterfreuden“, „Rocca verändert die Welt“, „Lindenberg! Mach dein Ding“, „Leander Haußmanns Stasikomödie“ und „Traumnovelle“. Dadurch ist er nicht nur hinter, sondern auch regelmäßig vor der Kamera präsent.
„Rubbeldiekatz“ und „Die Vermessung der Welt“
2011 kehrte Buck mit „Rubbeldiekatz“ zu einer großen Kinokomödie zurück. Der Film erzählt von einem Schauspieler, der sich als Frau verkleidet, um eine weibliche Hauptrolle in einer Hollywoodproduktion zu bekommen. Trotz gemischter Kritiken erreichte die Komödie laut filmportal.de mehr als eine Million Kinobesucher.
Danach widmete sich Buck einem ganz anderen Stoff. „Die Vermessung der Welt“ aus dem Jahr 2012 basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von Daniel Kehlmann. Im Mittelpunkt stehen die Wissenschaftler Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß, deren unterschiedliche Methoden der Welterkundung und Forschung gegenübergestellt werden. Buck führte Regie, arbeitete am Drehbuch und war auch als Produzent beteiligt.
„Bibi & Tina“ machte ihn auch beim jungen Publikum bekannt
Eine weitere wichtige Phase begann 2014 mit der Verfilmung von „Bibi & Tina“. Buck übernahm die Regie bei der Geschichte über die junge Hexe Bibi Blocksberg und ihre beste Freundin Tina. Der Erfolg führte unmittelbar zu weiteren Filmen der Reihe.
Buck führte auch bei „Bibi & Tina: Voll verhext!“, „Bibi und Tina 3 – Mädchen gegen Jungs“ und „Bibi & Tina: Tohuwabohu total“ Regie. In den Filmen trat er zudem als Tierarzt Dr. Eichhorn auf. Damit erreichte seine Arbeit eine jüngere Zielgruppe, ohne dass seine Tätigkeit als Schauspieler für erwachsene Zuschauer zum Stillstand kam.
Spätere Regiearbeiten und „German Genius“
2018 kam „Asphaltgorillas“ in die Kinos, ein Film über das Berliner Gangstermilieu nach einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach. Buck übernahm Regie und Drehbuch. 2020 folgte „Wir können nicht anders“, eine Gangsterkomödie, die ursprünglich für das Kino produziert worden war, wegen der COVID-19-Pandemie jedoch im Dezember 2020 bei Netflix startete.
Zu seinen späteren Regiearbeiten gehören außerdem „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ aus dem Jahr 2021 und „Bibi & Tina – Einfach anders“ von 2022. Für das Fernsehen inszenierte Buck unter anderem die „Tatort“-Folge „Alles kommt zurück“ und war 2023 als Regisseur, Drehbuchautor und Executive Producer an der Comedyserie „German Genius“ beteiligt.
Aktuelle Arbeiten
Auch in den Jahren 2024 bis 2026 blieb Buck als Schauspieler aktiv. Filmportal.de führt unter seinen jüngeren beziehungsweise aktuellen Projekten unter anderem „Traumnovelle“, „Das Märchen von der silbernen Brücke“, „Amrum“, „Tod meiner Jugend“, „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ und „Happy Laundry“.
Dabei zeigt sich ein Muster, das seine gesamte Laufbahn begleitet: Buck beschränkt sich nicht auf eine einzige Funktion oder ein bestimmtes Genre. Er arbeitet weiterhin sowohl hinter der Kamera als Regisseur und Produzent als auch davor als Schauspieler.
Auszeichnungen und Ehrungen
Im Laufe seiner Karriere erhielt Detlev Buck zahlreiche Auszeichnungen. Zu den frühen Erfolgen gehören der Bayerische Filmpreis für Nachwuchsregie und der Preis der deutschen Filmkritik für „Karniggels“. Für „Wir können auch anders“ wurde er mit dem Deutschen Filmpreis für das beste Drehbuch ausgezeichnet.
Für „Knallhart“ erhielt er 2006 internationale und nationale Anerkennung, darunter den FIPRESCI-Preis bei der Berlinale und die Silberne Lola. Für „Hände weg von Mississippi“ folgten 2007 der Deutsche Filmpreis als bester Kinder- und Jugendfilm sowie der Bayerische Filmpreis. Zu seinen weiteren Ehrungen zählen der Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein und der Norddeutsche Filmpreis für besondere Verdienste.
2021 wurde Buck mit dem Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein ausgezeichnet. Die Ehrung passt zu seiner langjährigen Verbindung zu Schleswig-Holstein, wo er geboren wurde und seine Kindheit verbrachte.
Privatleben und Familie
Über sein Privatleben hält sich Detlev Buck vergleichsweise zurück. Verlässlich dokumentiert ist, dass er drei Töchter hat und zwischen Berlin und Nienwohld lebt. Weitere persönliche Einzelheiten sind in seriösen öffentlichen Quellen nur begrenzt dokumentiert und werden deshalb hier nicht spekulativ ergänzt.
Auch bei seiner beruflichen Tätigkeit lässt sich eine Verbindung zu seinen persönlichen Wurzeln erkennen. Buck ist in Schleswig-Holstein aufgewachsen und kehrt laut den biografischen Angaben von filmportal.de regelmäßig nach Nienwohld zurück. Sein Wechsel zwischen Berlin und dem ländlichen Umfeld seiner Herkunft gehört zu den wenigen privaten Details, die öffentlich zuverlässig belegt sind.
Wie hoch ist das Vermögen von Detlev Buck?
Für Detlev Buck gibt es keine belastbare, öffentlich bestätigte Vermögensschätzung, die eine seriöse Angabe rechtfertigen würde. Deshalb sollte keine konkrete Net-Worth-Zahl genannt werden. Seine langjährige Tätigkeit als Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor und Produzent erlaubt keine seriöse Berechnung seines Privatvermögens.
Interessante Fakten über Detlev Buck
- Detlev Buck wurde 1962 in Bad Segeberg geboren und wuchs auf einem Bauernhof in Nienwohld auf.
- Vor seiner Filmkarriere absolvierte er eine Landwirtschaftslehre.
- Seine erste eigene Filmproduktion entstand bereits 1984 mit dem Kurzfilm „Der Fänger im Roggen“.
- Von 1985 bis 1989 studierte Buck an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.
- 1991 gründete er gemeinsam mit Claus Boje die Boje Buck Filmproduktion.
- Mit „Karniggels“ und „Wir können auch anders“ etablierte er seinen eigenen Stil zwischen Komödie und Gesellschaftsbeobachtung.
- Für „Knallhart“ erhielt er 2006 unter anderem die Silberne Lola.
- Bei mehreren „Bibi & Tina“-Filmen war Buck sowohl Regisseur als auch Schauspieler.
- Buck arbeitet bis heute sowohl hinter als auch vor der Kamera.
FAQs zu Detlev Buck
Wie alt ist Detlev Buck?
Detlev Buck wurde am 1. Dezember 1962 in Bad Segeberg geboren. Im September 2026 ist er 63 Jahre alt.
Wofür ist Detlev Buck bekannt?
Bekannt wurde Buck vor allem als Regisseur von „Karniggels“, „Wir können auch anders“, „Männerpension“, „Knallhart“, „Rubbeldiekatz“ und mehreren „Bibi & Tina“-Filmen. Gleichzeitig arbeitet er seit Jahrzehnten als Schauspieler.
Welche Filme hat Detlev Buck selbst inszeniert?
Zu seinen Regiearbeiten gehören unter anderem „Karniggels“, „Wir können auch anders“, „Männerpension“, „Knallhart“, „Rubbeldiekatz“, „Die Vermessung der Welt“, „Bibi & Tina“, „Asphaltgorillas“, „Wir können nicht anders“ und „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“.
Hat Detlev Buck auch als Schauspieler gearbeitet?
Ja. Buck ist regelmäßig als Schauspieler aufgetreten. Zu seinen bekannten Arbeiten vor der Kamera gehören unter anderem „Sonnenallee“, „Herr Lehmann“, „Das weiße Band“, „Ostwind“, „Lindenberg! Mach dein Ding“ und „Amrum“.
Hat Detlev Buck Kinder?
Ja. Nach den biografischen Angaben von filmportal.de hat Detlev Buck drei Töchter.
Welche Auszeichnungen hat Detlev Buck erhalten?
Zu seinen Auszeichnungen gehören unter anderem der Bayerische Filmpreis, der Preis der deutschen Filmkritik, mehrere Deutsche Filmpreise, der Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, der Norddeutsche Filmpreis für besondere Verdienste und der Verdienstorden des Landes Schleswig-Holstein.
Was ist Detlev Bucks neuestes Projekt?
Filmportal.de führt für 2025/2026 unter anderem „Heimsuchung – Eine Jahrhundertgeschichte“ und für 2026 „Happy Laundry“ als Projekte mit Buck als Darsteller.
Fazit
Detlev Buck hat seine Karriere nicht auf eine einzige Rolle oder ein bestimmtes Genre beschränkt. Seine Entwicklung vom Bauernsohn aus Schleswig-Holstein über die dffb-Ausbildung bis zu preisgekrönten Filmen wie „Knallhart“ und erfolgreichen Produktionen wie „Bibi & Tina“ zeigt eine ungewöhnlich breite filmische Laufbahn. Gleichzeitig ist Buck über Jahrzehnte als Schauspieler präsent geblieben. Seine wichtigsten Arbeiten verbinden häufig Humor, eigenwillige Figuren und einen genauen Blick auf unterschiedliche gesellschaftliche Milieus – eine Kombination, die seinen Platz im deutschen Film nachhaltig geprägt hat.